Monstera adansonii oder obliqua: So erkennst du, ob deine Monstera obliqua echt ist
Achte auf Blattstruktur und Stängel, nicht auf die Zahl der Löcher. Laut botanischer Beschreibung hat Monstera obliqua dünne, häutige Blätter, meist 8–15 cm lang, einen nur wenige Millimeter dicken Stängel und Löcher (falls überhaupt vorhanden) in jeweils einer einzigen Reihe beiderseits der Mittelrippe. Monstera adansonii hat festere, leicht ledrige, glänzende Blätter, einen dickeren Stängel und an ausgewachsenen Blättern mehrere Lochreihen. Ein spitzenartiges, durchlöchertes Blatt beweist also nicht, dass du eine obliqua hast: Die meisten Pflanzen dieser Art haben gar keine Löcher.
Monstera adansonii und obliqua im Überblick
| Monstera adansonii | Monstera obliqua | |
|---|---|---|
| Blattform | breit eiförmig bis elliptisch; RHS: herzförmig | variabel, meist eiförmig und leicht sichelförmig, mit schiefem Blattgrund |
| Löcher | keine bis viele; ausgewachsene Blätter können mehrere Reihen pro Seite haben | etwa 80 % der Belege ohne Löcher; sonst ein bis viele Löcher in einer einzigen Reihe pro Seite |
| Blattstruktur | leicht ledrig, oberseits glänzend | dünn, häutig |
| Blattlänge (ausgewachsene Wildpflanzen) | 25–70 cm | meist 8–15 cm |
| Ausgewachsener Stängel | 1,5–3 cm dick | 2–7 mm dick |
| Wachstum im Zimmer | schnell (NC State) | langsam (RHS) |
| Verfügbarkeit | verbreitete Zimmerpflanze | in Kultur selten (RHS) |
| Pflege | helles, indirektes Licht, mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit | helles, indirektes Licht, mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit |
| Giftigkeit für Haustiere | giftig für Katzen und Hunde (NC State); ASPCA: Gattung Monstera giftig | ASPCA: Gattung Monstera giftig; RHS: beim Verzehr gesundheitsschädlich |
Die Blatt- und Stängelmaße stammen aus Michael Madisons Revision der Gattung Monstera von 1977 und beschreiben ausgewachsene Pflanzen am Naturstandort. Zimmerpflanzen bleiben meist kleiner; NC State merkt an, dass adansonii-Blätter im Zimmer kleiner bleiben als in der Natur.
So erkennst du, ob eine Monstera obliqua echt ist
Kein einzelnes Merkmal entscheidet. Achte auf mehrere gleichzeitig:
- Blattstruktur. Madison beschreibt die Blattspreite der obliqua als membranartig, also hauchdünn wie eine Membran. Die Blätter der adansonii beschreibt er als fast ledrig (subcoriaceous) und oberseits glänzend. Den Unterschied kannst du fühlen: Ein obliqua-Blatt ist dünn, ein adansonii-Blatt fester.
- Lochreihen. Bei der obliqua liegen etwaige Löcher in einer Reihe auf jeder Seite der Mittelrippe. Ausgewachsene adansonii-Blätter können Löcher in mehreren Reihen haben. Junge adansonii-Blätter haben unter Umständen noch gar keine Löcher, deshalb funktioniert dieser Test am besten an größeren Blättern.
- Stängel. Ein ausgewachsener obliqua-Stängel ist 2–7 mm dick, ein ausgewachsener adansonii-Stängel 1,5–3 cm. Insgesamt ist die obliqua eine kleine Kletterpflanze mit 5–15 cm langen Blattstielen, bei der adansonii sind es 20–60 cm.
- Blüten. Das ist der Test der Botaniker, denn Topfpflanzen blühen selten (so die RHS zur obliqua). Die obliqua bildet meist sechs bis acht Blütenstände in einem Büschel, jeder mit einer kleinen, leuchtend gelben Spatha von etwa 4–7 cm Länge. Die adansonii hat eine cremefarbene bis blassgelbe Spatha von 12–28 cm Länge.
Der schiefe Blattgrund, dem die obliqua ihren Namen verdankt (lateinisch für „schräg“), hilft dir nicht weiter. Laut Madison hat auch Monstera adansonii subsp. laniata, eine der adansonii-Formen, einen sehr ungleichen Blattgrund.
Wie viele Löcher hat Monstera obliqua?
In den sozialen Medien wird die obliqua als Blatt gezeigt, das „mehr Loch als Blatt“ ist. Die botanischen Belege erzählen etwas anderes. Madison untersuchte Herbarbelege aus dem gesamten Verbreitungsgebiet und stellte fest, dass etwa 80 % ganzrandige Blätter ohne Löcher hatten. Der Rest reichte von leicht bis stark durchlöchert. Pflanzen mit durchlöcherten Blättern wurden früher als eigene Art beschrieben, Monstera expilata; Plants of the World Online von Kew führt diesen Namen heute als Synonym von M. obliqua. Madison fand bei den durchlöcherten Formen kein geografisches oder ökologisches Muster, außer dass sie in Panama fehlen.
Für Käufer bedeutet das zweierlei:
- Viele Löcher bedeuten nicht obliqua. Die adansonii ist sehr variabel, und ihre Blätter können viele Löcher haben.
- Wenige Löcher schließen obliqua nicht aus. Die meisten echten obliquas haben geschlossene Blätter.
Einen verlässlichen Anteil von Loch- zu Blattfläche, der sich zur Bestimmung eignet, haben wir in botanischen Quellen nicht gefunden, deshalb zitieren wir die Zahlen nicht, die online kursieren.
Warum sind so viele „Monstera obliqua“ falsch etikettiert?
Ein Teil der Antwort ist schlicht Namenswirrwarr im Handel. Die Pflanzendatenbank der RHS zeigt es deutlich: Die Sorte ‘Monkey Mask’ taucht sowohl als Monstera obliqua ‘Monkey Mask’ als auch als Monstera adansonii ‘Monkey Mask’ auf. Dieselbe Pflanze im Verkauf trägt zwei verschiedene Artnamen.
Dazu kommt die Verfügbarkeit. Die RHS beschreibt Monstera obliqua als seltene, langsam wachsende, kompakte Pflanze, die 10 bis 20 Jahre bis zur vollen Größe braucht. NC State Extension beschreibt die adansonii als schnellwüchsig und leicht zu kultivieren. Madison nannte die adansonii die am weitesten verbreitete, häufigste und variabelste Art ihrer Gruppe und merkte an, dass ihre subsp. laniata sogar an Zaunpfählen und Straßenbäumen wächst.
Selten ist die obliqua in der Natur allerdings nicht. Madison nannte sie die einzige Monstera-Art, die im Amazonasbecken reichlich vorkommt, wo sie als winzige Kletterpflanze entlang von Wasserläufen wächst. Selten ist sie in Kultur, wo sie laut RHS langsam wächst.
Wenn du also eine schnellwüchsige Kletterpflanze mit ovalen Löchern und festen, glänzenden Blättern siehst, passt jedes dieser Merkmale zur Beschreibung der adansonii, egal was auf dem Etikett steht.
Was du vor dem Kauf einer Monstera obliqua prüfen solltest
Allgemeine Tipps findest du in unserem Ratgeber Seltene Zimmerpflanzen kaufen. Speziell für die obliqua:
- Lass dir Fotos vom Blatt und eine Nahaufnahme vom Stängel schicken. Ein dünnes, häutiges Blatt und ein nur wenige Millimeter dicker Stängel sind gute Zeichen. Ein dicker Stängel und ledrige, glänzende Blätter sprechen für adansonii.
- Lass dir mehrere Blätter zeigen. Die Blattform der obliqua schwankt stark von Pflanze zu Pflanze, aber mehrere Blätter nebeneinander zeigen Struktur und Zahl der Lochreihen besser als ein handverlesenes Einzelblatt.
- Frag, woher die Mutterpflanze stammt und wer sie bestimmt hat. Wer nichts über die Herkunft der Pflanze weiß, kann den Namen auch nicht belegen.
- Achte auf Sorten, die unter zwei Namen verkauft werden. Wie ‘Monkey Mask’ zeigt, kann der Artname auf einem Etikett reine Handelsgewohnheit sein.
Keines dieser Merkmale gibt bei einer nicht blühenden Pflanze volle Sicherheit. Botaniker unterscheiden die Arten vor allem anhand von Blüten und Früchten.
Ist Monstera adansonii var. laniata eine andere Pflanze?
Laut Plants of the World Online von Kew sind beide Arten anerkannt:
- Monstera adansonii stammt aus dem tropischen Amerika, von Nicaragua bis Bolivien und Brasilien sowie den Kleinen Antillen. Kew erkennt Unterarten an, darunter subsp. laniata und subsp. klotzschiana. Madison beschrieb sie 1977 als Varietäten (var. laniata, var. klotzschiana); die heutigen Unterartnamen veröffentlichten Mayo und Andrade, die alten Varietätsnamen sind inzwischen Synonyme. Auch Monstera pertusa ist ein Synonym, und die RHS führt es ebenfalls so.
- Monstera obliqua stammt aus dem Gebiet von Costa Rica bis ins tropische Südamerika und Trinidad. Zu ihren Synonymen gehören Monstera expilata und Monstera falcifolia, Namen, die ursprünglich unterschiedlichen Blattformen gegeben wurden.
In der Praxis ist eine als „var. laniata“ etikettierte Pflanze also weiterhin Monstera adansonii und keine eigene Art.
Braucht Monstera obliqua eine andere Pflege als adansonii?
Die RHS nennt für beide Arten dieselben Grundlagen: im Zimmer oder unter Glas in hellem, indirektem Licht, bei mittlerer bis hoher Luftfeuchtigkeit, in torffreier, lehmbasierter Topferde. Beide brauchen mindestens etwa 10–15 °C. In der Wachstumszeit reichlich gießen und monatlich mit einem ausgewogenen Flüssigdünger düngen. Im Winter soll die obliqua laut RHS nur leicht feucht gehalten und die adansonii sparsam gegossen werden.
Für die adansonii ergänzt NC State, dass sie hohe Luftfeuchtigkeit mag, und empfiehlt einen Luftbefeuchter oder eine Schale mit nassen Kieselsteinen. Licht, Gießen und Vermehrung findest du in unserem ausführlichen Pflegeporträt der Monstera adansonii.
Sind Monstera adansonii und obliqua giftig für Haustiere?
Die ASPCA, die Standardquelle für die Giftigkeit bei Haustieren, führt keine der beiden Arten einzeln. In einem Artikel über problematische Zimmerpflanzen nennt sie jedoch die ganze Gattung Monstera unter den Pflanzen mit unlöslichen Calciumoxalaten, behandle also beide als giftig für Haustiere. Ihre Verwandte Monstera deliciosa führt die ASPCA wegen unlöslicher Calciumoxalate als giftig für Hunde und Katzen, mit Symptomen wie Reizung im Maul, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden.
- Adansonii: NC State Extension stuft sie als Problem für Katzen, Hunde und Kinder ein. Sie enthält Calciumoxalatkristalle; der Verzehr kann Entzündungen in Maul bzw. Mund und Rachen, Speicheln, Erbrechen und Appetitlosigkeit auslösen. Der Pflanzensaft reizt die Haut.
- Obliqua: Einen artspezifischen Eintrag zu Haustieren gibt es nicht, daher ist die Einstufung der ASPCA auf Gattungsebene die beste verfügbare Angabe. Die RHS ergänzt, dass sie beim Verzehr gesundheitsschädlich ist, Haut und Augen reizt und mit Handschuhen angefasst werden sollte. Halte sie wie jede andere Monstera von Haustieren fern.
Weitere Pflanzen, die außer Reichweite gehören, findest du unter Giftige Zimmerpflanzen für Katzen und Hunde.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Monstera adansonii und Monstera obliqua?
Monstera obliqua hat dünne, häutige Blätter, meist 8–15 cm lang, an einem nur wenige Millimeter dicken Stängel. Monstera adansonii hat festere, leicht ledrige, glänzende Blätter und einen dickeren Stängel; bei älteren Pflanzen können auf jeder Seite der Mittelrippe mehrere Lochreihen liegen.
Hat eine echte Monstera obliqua immer mehr Loch als Blatt?
Nein. In seiner Revision der Gattung von 1977 berichtete der Botaniker Michael Madison, dass etwa 80 % der von ihm untersuchten Monstera-obliqua-Belege Blätter ganz ohne Löcher hatten. Nur eine Minderheit ist stark durchlöchert.
Warum ist Monstera obliqua so selten?
Selten ist sie in Kultur: Die RHS beschreibt sie als rare, langsam wachsende Pflanze. In der Natur ist sie häufig; Madison nannte sie die einzige Monstera-Art, die im Amazonasbecken reichlich vorkommt.
Ist Monstera adansonii dasselbe wie Monstera pertusa?
Ja. Sowohl Plants of the World Online von Kew als auch die RHS führen Monstera pertusa als Synonym von Monstera adansonii.
Sind Monstera adansonii und obliqua giftig für Katzen und Hunde?
Behandle beide als giftig. Die ASPCA führt keine der beiden Arten einzeln, nennt aber die ganze Gattung Monstera unter den Zimmerpflanzen mit unlöslichen Calciumoxalaten. NC State Extension stuft Monstera adansonii als giftig für Katzen, Hunde und Kinder ein, und laut RHS sind beide Arten beim Verzehr gesundheitsschädlich und reizen Haut und Augen.
Quellen
- ASPCA — These Houseplants Can Cause Trouble for Your Pets (Gattung Monstera giftig)
- Madison, M. (1977). A Revision of Monstera (Araceae). Contributions from the Gray Herbarium 207 (Artbeschreibungen; etwa 80 % der obliqua-Belege mit ganzrandigen Blättern)
- Kew — Monstera adansonii (POWO-Daten: Unterarten, Synonym M. pertusa, Verbreitungsgebiet)
- Kew — Monstera adansonii subsp. laniata (früher var. laniata)
- Kew — Monstera obliqua (POWO-Daten: Verbreitungsgebiet, Synonyme)
- RHS — Monstera obliqua
- RHS — Monstera adansonii
- RHS — Monstera obliqua 'Monkey Mask' (auch als M. adansonii 'Monkey Mask' geführt)
- NC State Extension — Monstera adansonii (Pflege, Giftigkeit)
- ASPCA — Cutleaf Philodendron, Monstera deliciosa (Giftigkeit für Haustiere)
Die Pflegehinweise sind allgemein gehalten; jede Pflanze und jede Wohnung ist anders. Im Spiel ist die Pflege vereinfacht.