Glossar
Zimmerpflanzen-Glossar
Knoten, Chimäre, Rückschlag, Blähton… Begriffe aus Pflegeanleitungen und Pflanzentauschbörsen, einfach erklärt.
- Abmoosen
- Einen Stängelabschnitt bewurzeln, solange er noch an der Mutterpflanze sitzt: an einem Knoten leicht anritzen, mit feuchtem Sphagnum und Folie umwickeln, dann abschneiden und eintopfen, sobald sich Wurzeln gebildet haben.
- Akklimatisierung
- Die schrittweise Gewöhnung einer Pflanze an neue Bedingungen, etwa an geringere Luftfeuchtigkeit nach dem Versand oder nach der Gewebekultur. Plötzliche Änderungen bei Licht oder Luftfeuchtigkeit führen oft zu Blattverlust.
- Anthocyane
- Wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die Gewebe rot, rosa oder violett färben. Sie stecken hinter den rötlichen Neuaustrieben und der dunklen Färbung vieler Philodendren.
- Art (Spezies)
- Die Grundeinheit der botanischen Systematik, geschrieben als Gattungsname plus Artepitheton in Kursivschrift, z. B. Epipremnum aureum. Wenn Botaniker eine Pflanze neu einordnen, wird der alte Name zum Synonym (Calathea orbifolia heißt heute Goeppertia orbifolia).
- Ausläufer (Stolon)
- Ein dünner Spross, der aus der Mutterpflanze herauswächst und an seiner Spitze ein neues Pflänzchen bildet. Das klassische Beispiel ist die Grünlilie (Chlorophytum comosum); die Jungpflanzen lassen sich bewurzeln, solange sie noch verbunden sind.
- bewurzelter vs. unbewurzelter Steckling
- Ein bewurzelter Steckling hat schon eigene Wurzeln und kann eingetopft werden; ein unbewurzelter ist nur ein Stängelstück mit Knoten, das erst noch Wurzeln bilden muss. Unbewurzelte Stecklinge sind meist günstiger, aber riskanter.
- Bewurzelung im Wasser
- Einen Steckling mit dem Knoten ins Wasser stellen, bis sich Wurzeln bilden, und ihn dann in Erde topfen. Wechsle das Wasser regelmäßig; im Wasser gebildete Wurzeln brauchen etwas Zeit, um sich an Erde zu gewöhnen.
- Bewurzelungshormon
- Ein Pulver, Gel oder eine Lösung mit synthetischen Auxinen (etwa IBA), in die man das untere Ende eines Stecklings taucht. Es beschleunigt die Wurzelbildung und macht sie gleichmäßiger, vor allem bei schwer bewurzelnden Pflanzen.
- Bims
- Ein poröses Vulkangestein, das als mineralischer Bestandteil von Substraten dient. Es ist schwerer als Perlit, schwimmt seltener auf und zerfällt nicht.
- Blattspreite (Lamina)
- Der flache, Photosynthese betreibende Teil des Blattes ohne den Blattstiel. Panaschierungsmuster, Fenestrierung und die Form des Sinus werden an der Spreite beurteilt.
- Blattstiel
- Der Stiel, der die Blattspreite mit dem Stängel verbindet. Viele Aronstabgewächse haben lange Blattstiele, und die Panaschierung kann sich an ihnen zeigen, bevor sie auf dem Blatt sichtbar wird.
- Chimäre
- Eine Pflanze aus genetisch unterschiedlichen Zellschichten, etwa grünem Gewebe und Gewebe ohne Chlorophyll. Chimäre Panaschierung wird nicht über Samen weitergegeben, bleibt nur durch vegetative Vermehrung erhalten und kann sich unvorhersehbar verschieben oder verschwinden.
- Drainage
- Wie gut Topf und Substrat überschüssiges Wasser abfließen lassen. Ein Abzugsloch ist unverzichtbar: Steht Wasser an den Wurzeln, fehlt ihnen Sauerstoff und sie faulen.
- Durchspülen (Auswaschen)
- Eine große Wassermenge durch den Topf laufen lassen, um Salze auszuwaschen, die sich durch Dünger und hartes Wasser angesammelt haben. Eine weiße Kruste auf Erde oder Topf und braune Blattspitzen sind Anzeichen für Salzablagerungen.
- durchwurzelt
- Wenn die Wurzeln den ganzen Topf ausfüllen, am Rand kreisen und aus dem Abzugsloch wachsen. Das Wasser läuft direkt durch, und die Pflanze muss in einen etwas größeren Topf umgetopft werden.
- Fenestrierung
- Löcher oder Schlitze in der Blattspreite, am bekanntesten bei Monstera. Sie erscheinen an ausgewachsenen Blättern; Jungpflanzen und Pflanzen mit wenig Licht bilden oft ungeteilte Blätter.
- Gewebekultur (In-vitro-Vermehrung)
- Die Vermehrung von Pflanzen aus winzigen Gewebestücken auf einem Nährmedium unter sterilen Laborbedingungen. So entstehen große Mengen genetisch identischer Pflanzen – deshalb werden einst seltene Sorten günstiger.
- helles indirektes Licht
- Viel Licht, ohne dass direkte Mittagssonne auf die Blätter fällt – etwa nahe einem Ostfenster oder etwas abseits eines Südfensters hinter einer dünnen Gardine. Die meisten Aronstabgewächse und panaschierten Pflanzen mögen es so.
- Hybride
- Eine Pflanze, die aus der Kreuzung zweier verschiedener Arten oder Sorten hervorgegangen ist. Eine Arthybride wird im botanischen Namen mit × gekennzeichnet, wie bei Alocasia × amazonica.
- integrierter Pflanzenschutz (IPM)
- Ein Ansatz, der Vorbeugung, regelmäßige Kontrolle sowie physikalische und biologische Maßnahmen kombiniert und Pestizide nur als letztes Mittel einsetzt. Bei Zimmerpflanzen heißt das: Quarantäne, Klebefallen, Raubmilben und gezielte Behandlung.
- Internodium
- Der Stängelabschnitt zwischen zwei Knoten. Auffällig lange Internodien mit kleinen Blättern zeigen oft, dass sich die Pflanze nach mehr Licht streckt (Vergeilung).
- Kallus
- Wundgewebe, das sich über einer Schnittfläche bildet. Sukkulentenstecklinge lässt man vor dem Einpflanzen antrocknen und Kallus bilden, damit sie nicht faulen.
- Kataphyll (Niederblatt)
- Ein umgewandeltes, hochblattartiges Blatt, das bei Philodendren und anderen Aronstabgewächsen ein neu austreibendes Blatt umhüllt und schützt. Sobald sich das Blatt entrollt, trocknet es meist ein und fällt ab, manche Arten behalten es aber am Stängel.
- Kindel (Tochterpflanze)
- Eine junge Pflanze, die sich am Fuß der Mutterpflanze bildet. Sobald sie eigene Wurzeln hat, kann man sie abtrennen und einzeln eintopfen.
- Knolle (Kormus)
- Eine verdickte, unterirdische Sprossbasis, die Nährstoffe speichert. Alocasia bildet zwischen den Wurzeln kleine Knöllchen, aus denen sich neue Pflanzen ziehen lassen.
- Knoten (Nodium)
- Die Stelle am Stängel, an der ein Blatt, eine Achselknospe und bei Aronstabgewächsen oft auch eine Luftwurzel entspringen. Ein Steckling braucht mindestens einen Knoten, um einen neuen Trieb zu bilden.
- Kokosfaser
- Fasern und Mark aus Kokosnussschalen, als Torfersatz verwendet. Sie halten Feuchtigkeit gut; manche Produkte enthalten Salze und sollten vor der Verwendung ausgespült werden.
- Kolben (Spadix)
- Eine fleischige Ähre, dicht mit winzigen Blüten besetzt, typisch für die Aronstabgewächse (Araceae). Sie wird von einer schützenden Spatha begleitet.
- LECA (Blähton)
- Leichte Blähtonkugeln (Lightweight Expanded Clay Aggregate): gebrannte Tonkügelchen, die als Drainageschicht, als Substratzusatz oder pur in Semi-Hydrokultur verwendet werden, bei der die Wurzeln Wasser aus einem Reservoir ziehen.
- Luftfeuchtigkeit
- Die Menge an Wasserdampf in der Luft, angegeben als relative Luftfeuchtigkeit in Prozent. Tropische Aronstabgewächse und Korbmaranten bekommen in trockenen, geheizten Räumen braune Blattränder und sind anfälliger für Spinnmilben.
- Luftwurzel
- Eine Wurzel, die oberhalb der Erde aus dem Stängel wächst, meist an einem Knoten. Kletternde Aronstabgewächse halten sich damit an Stützen fest und nehmen Feuchtigkeit auf; Stecklinge mit Luftwurzel bewurzeln sich meist schneller.
- Lux / Footcandle
- Einheiten der Beleuchtungsstärke, also der Lichtmenge, die auf eine Fläche fällt. Lux ist die metrische Einheit, Footcandle die US-Einheit; 1 Footcandle entspricht etwa 10,76 Lux. Gemessen wird mit einem Luxmeter oder grob mit einer Handy-App.
- marmorierte Panaschierung
- Ein feines, verstreutes Muster aus Sprenkeln und Streifen über die ganze Spreite statt großer geschlossener Flächen. Die Efeutute 'Marble Queen' ist ein typisches Beispiel.
- NPK (Nährstoffverhältnis)
- Die drei Zahlen auf dem Düngeretikett geben den Gehalt an Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) an. Stickstoff fördert das Blattwachstum; dünge Zimmerpflanzen vor allem in der Wachstumszeit, verdünnt nach Packungsangabe.
- Orchideenrinde
- Grobe Rindenstücke, meist von Kiefern. In Substraten für Aronstabgewächse schaffen sie große Lufträume, ähnlich den Bedingungen von Pflanzen, die in der Natur an Baumstämmen hochklettern.
- Panaschierung
- Eine Blattzeichnung in Grün und Weiß, Creme oder Gelb, bei der einem Teil des Gewebes das Chlorophyll fehlt. Sie kann genetisch bedingt, chimär oder durch Viren ausgelöst sein; die hellen Bereiche betreiben keine Photosynthese, deshalb wachsen panaschierte Pflanzen langsamer.
- Perlit
- Leichtes weißes Granulat aus vulkanischem Glas, das so lange erhitzt wurde, bis es sich aufbläht. Es wird Substraten beigemischt, um Durchlüftung und Drainage zu verbessern, und enthält keine Nährstoffe.
- Pflanzengesundheitszeugnis
- Ein amtliches Dokument des Pflanzenschutzdienstes im Ausfuhrland, das bestätigt, dass eine Sendung die Pflanzengesundheitsvorschriften des Einfuhrlandes erfüllt. Seit dem 14. Dezember 2019 brauchen praktisch alle Pflanzen zum Anpflanzen, die von außerhalb in die EU kommen, eines – auch kleine Mengen für den Eigenbedarf.
- Pflanzenpass
- Ein amtliches EU-Etikett für Pflanzen zum Anpflanzen, das die Einhaltung der Pflanzengesundheitsvorschriften bestätigt und die Rückverfolgung ermöglicht. Beim Direktverkauf an Endverbraucher ist er nicht nötig, beim Fernabsatz wie etwa bei Onlinebestellungen aber vorgeschrieben.
- pH-Wert
- Ein Maß dafür, wie sauer oder basisch das Substrat ist, auf einer Skala von 0 bis 14, auf der 7 neutral ist. Die meisten Zimmerpflanzen mögen es leicht sauer; bei falschem pH-Wert sind manche Nährstoffe schlechter verfügbar.
- Quarantäne
- Eine neu gekaufte Pflanze einige Wochen lang vom Rest deiner Sammlung fernhalten und in dieser Zeit auf Schädlinge prüfen. So verhinderst du, dass sich Thripse, Spinnmilben oder Wollläuse ausbreiten.
- Raubmilben
- Nützliche Milben, die zur biologischen Schädlingsbekämpfung ausgebracht werden. Phytoseiulus persimilis jagt Spinnmilben, Neoseiulus (Amblyseius) cucumeris wird vor allem vorbeugend gegen Thripse eingesetzt.
- Rhizom
- Ein waagerecht unter der Erde oder an der Oberfläche wachsender Spross, aus dessen Knoten Wurzeln und Triebe entspringen. Rhizombildende Pflanzen wie Zamioculcas und Korbmaranten vermehrt man meist durch Teilung.
- Rückschlag (Reversion)
- Wenn eine panaschierte Pflanze anfängt, rein grüne Triebe zu bilden. Grüne Triebe sind wüchsiger und können die Oberhand gewinnen, deshalb schneidet man sie meist bis zu ihrem Ursprung zurück.
- Ruhephase (Dormanz)
- Eine Phase verlangsamten oder ruhenden Wachstums, meist im Winter bei weniger Licht. Alocasien können ihre Blätter abwerfen und als Knolle überdauern; gieß dann weniger und dünge nicht.
- Schildläuse
- Saugende Insekten, die unter einem schützenden Schild an Stängeln und Blättern sitzen. Napfschildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus, Deckelschildläuse nicht; der Schild schützt sie vor vielen Sprühmitteln.
- sektorale Panaschierung (Halbmond)
- Panaschierung in großen, geschlossenen Flächen, bei der ein ganzer Abschnitt des Blattes weiß oder rosa ist. Der Extremfall ist ein „Halbmond“, bei dem genau eine Seite der Mittelrippe kein Chlorophyll hat.
- Sinus (Blattbucht)
- Die Einbuchtung am Grund der Blattspreite, wo der Blattstiel ansetzt – typisch für herz- und pfeilförmige Blätter. Ihre Form hilft, verwandte Arten auseinanderzuhalten, etwa bei Alocasia.
- Sorte (Cultivar)
- Eine Pflanzenform, die wegen bestimmter Merkmale ausgelesen und in Kultur erhalten wird, etwa Monstera deliciosa 'Thai Constellation'. Sortennamen stehen in einfachen Anführungszeichen und werden nicht übersetzt.
- Spatha
- Das Hochblatt, das bei Aronstabgewächsen den Kolben im Blütenstand umhüllt oder hinterfängt. Beim Einblatt und bei der Flamingoblume ist es der auffällige weiße oder farbige Teil, den man meist für die Blüte hält.
- Sphagnum (Torfmoos)
- Getrocknetes Moos, das viel Wasser speichert und dabei luftig bleibt. Es wird zum Bewurzeln von Stecklingen, zum Abmoosen und für Moosstäbe verwendet.
- Spinnmilben
- Winzige Milben (meist Tetranychus urticae), die an den Blattunterseiten saugen. Die Blätter bekommen feine gelbe Sprenkel und bei starkem Befall feine Gespinste; Spinnmilben gedeihen in warmer, trockener Luft.
- Steckling
- Ein von einer Pflanze abgeschnittenes Stück, meist ein Stängelabschnitt mit Knoten und Blatt, aus dem eine neue Pflanze heranwächst. Er ist genetisch identisch mit der Mutterpflanze – so werden Sorten und panaschierte Pflanzen vermehrt.
- Substrat (Pflanzerde)
- Das Medium, in dem eine Topfpflanze wurzelt, etwa Blumenerde, Rinde, Perlit und Kokosfaser. Aronstabgewächse gedeihen am besten in grober, luftiger Mischung, die nach dem Gießen schnell abtrocknet.
- Teilung
- Eine horstbildende oder rhizombildende Pflanze in mehrere Stücke aufteilen, jedes mit eigenen Wurzeln und Blättern. Am besten gelingt das beim Umtopfen.
- Thripse (Fransenflügler)
- Winzige, schlanke Insekten mit gefransten Flügeln, die Blattzellen aussaugen. Sie hinterlassen silbrige Flecken und schwarze Kotpünktchen und verstecken sich bei Aronstabgewächsen oft in sich entrollenden Blättern.
- Trauermücken
- Kleine schwarze Fliegen, die um die Töpfe schwirren. Ihre Larven leben im feuchten Substrat, ernähren sich von organischem Material und Pilzen und können die zarten Wurzeln von Stecklingen schädigen; es hilft, die Oberfläche abtrocknen zu lassen.
- Vegetationspunkt (Apikalmeristem)
- Das sich aktiv teilende Gewebe an der Triebspitze, aus dem neue Blätter entstehen. Kneift man es aus, verzweigt sich die Pflanze meist aus den Knospen an den Knoten darunter.
- Wollläuse (Schmierläuse)
- Saugende Insekten, die mit weißem, watteartigem Wachs bedeckt sind. Sie sitzen gehäuft in Blattachseln und an den Wurzeln und scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem sich Rußtau bildet.
- Wurzelfäule
- Fäulnis der Wurzeln, vor allem durch Staunässe und Pilze oder Scheinpilze wie Pythium verursacht. Befallene Wurzeln sind braun, matschig und riechen unangenehm, und die Pflanze welkt, obwohl die Erde nass ist.