Tradescantia zebrina Pflege (Zebrakraut): Licht für die Farbe, Gießen und Stecklinge
Tradescantia zebrina · Commelinaceae
Tradescantia zebrina, auf Deutsch Zebrakraut oder Dreimasterblume, auf Englisch unter anderem wandering dude, ist eine schnell wachsende Hängepflanze mit silbern gestreiften Blättern und lila Unterseiten. Sie ist leicht zu pflegen, bewurzelt sich fast überall, und ein einziger Steckling kann eine Blumenampel innerhalb einer Saison füllen. Ihre Farbe hängt allerdings fast ausschließlich vom Licht ab.
So erkennst du Tradescantia zebrina
Die Blätter sind oval bis lanzettlich, fleischig und umfassen den Trieb. Der Missouri Botanical Garden nennt eine Länge von bis zu etwa 6 cm. Oben sind sie blaugrün bis bronzegrün mit zwei breiten silbrigen Längsstreifen, unten einfarbig lila. Die Triebe sind sukkulent, verzweigen sich stark und bewurzeln sich an den Knoten.
Die RHS nennt eine Höhe von etwa 15 cm, aber die Triebe kriechen oder hängen und können sich 60 cm oder weiter ausbreiten. Kleine, dreizählige, rosa-lila Blüten erscheinen vereinzelt übers Jahr, im Zimmer allerdings selten.
Sie gehört zur Familie der Commelinagewächse (Commelinaceae). Plants of the World Online von Kew nennt als natürliches Verbreitungsgebiet Mexiko bis Kolumbien. In älteren Büchern und auf Pflanzenetiketten heißt sie manchmal Zebrina pendula oder Tradescantia pendula. Der Missouri Botanical Garden merkt an, dass einer ihrer gängigen englischen Handelsnamen meist ihrer Verwandten Tradescantia fluminensis vorbehalten ist, weshalb die beiden oft verwechselt werden.
Licht
Diese Pflanze braucht viel Licht. Laut NC State Extension ist die Farbe in voller Sonne am intensivsten, wobei sehr starke Südsonne sie ausbleichen kann. Der Missouri Botanical Garden empfiehlt gefilterte Sonne oder direkte Sonne mit etwas Schutz am Nachmittag. Im Schatten wächst sie zwar, aber die Farben sind dann nicht so kräftig.
Im Zimmer ist ein Ost- oder Westfenster ideal oder ein Südfenster mit dünner Gardine im Sommer.
Gießen
Gieße in der Wachstumszeit regelmäßig, lass die Erde zwischen den Wassergaben aber etwas abtrocknen. Im Winter gießt du sparsam, wie es sowohl die RHS als auch die NC State Extension empfehlen. Dauerhaft nasse Erde führt zu Wurzel- und Stängelfäule. Mach die Blätter möglichst nicht nass; die NC State Extension merkt an, dass dicht stehende Pflanzen mit nassem Laub anfällig für pilzliche Blattflecken sind.
Erde und Umtopfen
Die RHS empfiehlt eine torffreie Blumenerde auf Lehmbasis; der Missouri Botanical Garden schlägt eine torfhaltige Mischung auf Erdbasis vor. Am wichtigsten sind gute Drainage und ein Topf mit Abzugsloch.
Weil sie so schnell wächst und ältere Triebe an der Basis verkahlen, ist es oft sinnvoller, die Pflanze zu verjüngen, als sie immer wieder in größere Töpfe zu setzen. Bewurzle frische Stecklinge und pflanze sie dicht in neue Erde.
Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Durchschnittliche Raumluftfeuchte reicht, sie verträgt aber auch höhere Luftfeuchtigkeit. Die NC State Extension nennt eine ideale Temperatur von 18–24 °C. Die RHS stuft sie als H1c ein, verträgt also etwa 5–10 °C; im Zimmer ist es sicherer, sie über 10 °C zu halten.
Düngen
Dünge während des aktiven Wachstums monatlich mit einem ausgewogenen Flüssigdünger, wie es die RHS empfiehlt. Im Winter düngst du nicht.
Entspitzen und Rückschnitt
Regelmäßiges Schneiden ist bei dieser Pflanze wichtiger als bei den meisten anderen. Die RHS empfiehlt das Einkürzen, um dichten Wuchs und kräftige Triebe mit farbintensivem Laub zu fördern. Der Missouri Botanical Garden schlägt vor, die Triebe nach Bedarf zu entspitzen und die Pflanze, wenn nötig, ganz früh im Frühjahr kräftig zurückzuschneiden.
Jedes abgeschnittene Stück mit einem Knoten ist ein fertiger Steckling, also wirf sie nicht weg.
Im Sommer nach draußen
Sowohl die RHS als auch der Missouri Botanical Garden sagen, dass sie den Sommer über draußen stehen kann. Im Balkonkasten oder in einer Blumenampel auf einer halbschattigen Terrasse bringt das zusätzliche Licht meist eine kräftigere Farbe hervor als im Zimmer. In frostfreien Klimazonen wird sie als Bodendecker gepflanzt, mit kriechenden Trieben, die sich an den Knoten bewurzeln.
Stell sie nach den letzten kühlen Nächten nach draußen und hol sie wieder herein, bevor die Nächte auf etwa 10 °C abkühlen. Kontrolliere vor dem Hereinholen die Blattunterseiten und Triebgelenke auf Blattläuse und Spinnmilben.
So vermehrst du Tradescantia zebrina
Die RHS empfiehlt Kopfstecklinge im Frühjahr oder Sommer, bewurzelt entweder in Anzuchterde oder im Wasser.
- Schneide einen Kopfsteckling mit mehreren Knoten ab.
- Entferne die unteren Blätter, sodass nur blattlose Knoten ins Wasser oder in die Erde kommen.
- Im Wasser: Stell den Steckling so in ein Glas, dass die Knoten unter Wasser sind. In Erde: Steck ihn in feuchte Anzuchterde.
- Halte ihn hell, aber geschützt vor greller Sonne. Die Triebe bewurzeln sich an den Knoten bereitwillig.
- Setz mehrere Stecklinge in einen Topf, dann hast du sofort eine volle Pflanze.
Panaschierte Sorten von Tradescantia zebrina
- ‘Quadricolor’: Die RHS beschreibt Blätter mit Längsstreifen in Grün, Creme, Rosa und Weiß und empfiehlt, rein grüne Triebe zu entfernen, sobald sie erscheinen.
- ‘Burgundy’: dunkellila Blätter, laut NC State Extension.
Die RHS führt außerdem weitere Sorten wie ‘Tikal’ und ‘Violet Hill’ auf.
Häufige Probleme
| Symptom | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Verblasste Blätter, schwache Streifen | zu wenig Licht | an deinen hellsten Platz stellen, etwas Sonne ist in Ordnung |
| Lange, kahle, vergeilte Triebe | wenig Licht, alternde Pflanze | Spitzen entspitzen, zurückschneiden, aus Stecklingen neu ziehen |
| Matschige Triebe an der Basis | dauernd nasse Erde | abtrocknen lassen, gesunde Spitzen bewurzeln |
| Braune Flecken auf den Blättern | pilzliche Blattflecken durch nasses Laub, zu dichter Stand | die Erde gießen, nicht die Blätter, Pflanze auslichten |
| Rein grüne Triebe bei ‘Quadricolor’ | Rückschlag (Reversion) | an der Ansatzstelle am Trieb entfernen |
| Sprenkel, feine Gespinste | Spinnmilben | siehe Spinnmilben |
| Weiße, wattige Nester | Wollläuse | siehe Wollläuse |
| Silbrige Streifen | Thripse | siehe Thripse |
Die RHS und der Missouri Botanical Garden nennen außerdem Blattläuse, die NC State Extension und der Missouri Botanical Garden Schildläuse und Weiße Fliegen.
Ist Tradescantia zebrina giftig für Haustiere?
Die ASPCA hat keinen eigenen Eintrag für Tradescantia zebrina. Sie führt die verwandte Tradescantia fluminensis als giftig für Hunde, Katzen und Pferde, mit Hautentzündung (Dermatitis) als Hauptsymptom.
Die NC State Extension stuft Tradescantia zebrina als gering giftig ein und nennt Hunde, Katzen und Kinder als gefährdet. Der Verzehr kann Mund bzw. Maul und Magen reizen, und Kontakt mit dem Saft kann Hautreizungen und Rötungen verursachen. Die RHS führt sie als Hautallergen. Trag beim Schneiden Handschuhe und häng sie außer Reichweite deiner Haustiere auf.
Panaschierte & bekannte Sorten
- 'Quadricolor' — instabil
Häufige Fragen
Warum verliert meine Tradescantia zebrina ihre Farbe?
Fast immer wegen zu wenig Licht. Die NC State Extension merkt an, dass sich die beste Farbe in voller Sonne entwickelt. Gib ihr im Zimmer deinen hellsten Platz, mit etwas Schutz vor greller Mittagssonne im Sommer.
Wie wird ein vergeiltes Zebrakraut wieder buschiger?
Knipse regelmäßig die Triebspitzen ab und schneide lange, kahle Triebe zurück. Laut Missouri Botanical Garden kann man die Pflanzen ganz früh im Frühjahr kräftig zurückschneiden. Bewurzle die Schnittreste und setz sie wieder in denselben Topf.
Kann man Tradescantia zebrina im Wasser vermehren?
Ja. Laut RHS bewurzeln sich Kopfstecklinge im Frühjahr oder Sommer im Wasser oder in Anzuchterde. Entferne die unteren Blätter, halte die Knoten unter Wasser und topfe den Steckling ein, sobald er Wurzeln hat.
Ist Tradescantia zebrina giftig für Katzen und Hunde?
Die NC State Extension stuft sie als gering giftig ein, nennt aber Hunde, Katzen und Kinder als gefährdet. Der Verzehr kann Mund bzw. Maul und Magen reizen, und der Saft kann Hautreizungen und Rötungen verursachen.
Ist das Zebrakraut dieselbe Pflanze wie Tradescantia fluminensis?
Nein, aber die beiden werden oft verwechselt. Tradescantia zebrina wird im englischsprachigen Handel unter mehreren Namen verkauft, etwa wandering dude. Der Missouri Botanical Garden merkt an, dass einer dieser gängigen englischen Namen meist ihrer Verwandten Tradescantia fluminensis vorbehalten ist.
Quellen
- NC State Extension — Tradescantia zebrina (toxicity)
- RHS — Tradescantia zebrina
- Missouri Botanical Garden — Tradescantia zebrina
- RHS — Tradescantia zebrina 'Quadricolor' (v)
- ASPCA — Inch Plant (Tradescantia fluminensis)
- POWO (Kew) — Tradescantia zebrina
Die Pflegehinweise sind allgemein gehalten; jede Pflanze und jede Wohnung ist anders. Im Spiel ist die Pflege vereinfacht.